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Aus der Geschichte Baumas
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Besiedlung Altlandenberg Bau der Kirche Bildung der Gemeinde Schulen Notzeiten Wirtschaftliche Entwicklung Bedeutung Baumas als Zentrum des oberen Tösstales Verkehrsverhältnisse Ausblick Berühmte und bekannte Baumer
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Besiedlung  Das Gemeindegebiet von Bauma wurde erst verhältnismässig spät erschlossen. Aus der Zeit der römischen Besetzung fehlen schriftliche Hinweise. Mit dem Einzug der Alemannen ab dem achten Jahrhundert entstanden in unserer Gegend die ersten festen Ansiedlungen wie Allenwil, Bettswil, Bliggenswil, Blitterswil, Hörnen, Lipperschwendi, Undalen, Wellenau und Wilen. Einen wesentlichen Anteil der Urbanisierung des wilden und unwegsamen Gebietes am tosenden Fluss (Töss) verdanken wir dem Kloster St. Gallen, welches gleichzeitig das Christentum in unserer Gegend einführte. Der Name entstand aus der Ortsbezeichnung Hof bei den Bäumen - Boumen - Baume - Bauma. Das Dorf Bauma als Zentrum der Gemeinde hat sich erst ab dem 17. Jahrhundert entwickelt. Bei der Gründung der Kirchgemeinde im Jahre 1651 bestand das Dorf erst aus vier Häusern. Die ersten Höfe und Weiler wurden auf den erhöhten, sicheren und sonnigen Hanglagen angesiedelt.
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Altlandenberg Um das Jahr 1200 wurde auf einer aussichtsreichen Anhöhe über der Töss die Burg Altlandenberg erbaut. Aber bereits schon 1315 fielen die letzten Ritter von Altlandenberg, Rudolf und sein Sohn Pantaleon, auf der Seite der Habsburger in der Schlacht am Morgarten unter den Todesstreichen der Eidgenossen. Die Burg fiel hierauf als Erblehen an die Abtei St.Gallen zurück, gelangte in die Hände verschiedener Besitzer und kam 1549 an die Stadt Zürich, die sie weiter verlieh. Als letzter Inhaber wird ein Hans Rüegg von Altlandenberg erwähnt, der sich 1651 anerbot, Steine der Burg für den Kirchenbau beizusteuern. Verschiedene Seitenzweige der Landenberger entwickelten sich zu bedeutenden und einflussreichen Adelsgeschlechtern. Die Burgruine wurde in den Jahren 1958/63 freigelegt und restauriert, sie liegt als beliebter Ausflugspunkt an einem der bekannten Guyer-Zeller-Wanderwege.
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Bau der Kirche Bis zum Bau der ersten Kirche im Jahre 1651 waren die Einwohner von Bauma nach Bäretswil und Pfäffikon kirchengenössig, wohin sie bei schlechten Wegverhältnissen bis zu zwei Stunden unterwegs waren. Der stark wachsenden Bevölkerung genügte die kleine Kirche Bauma bald nicht mehr. Sie wurde 1771 abgebrochen und an der gleichen Stelle durch einen grösseren Neubau ersetzt. Gleichzeitig wurde die Mauer, die vorher die ganze Kirche und den Kirchhof umgab, abgebrochen. Die katholische Kirche wurde 1903 erstellt.
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Bildung der Gemeinde Erst mit dem Bau der reformierten Kirche erfolgte in Bauma 1651 eine Gemeindebildung. Die auf einem weiten Gebiet verstreuten rund 70 Siedlungen wurden damit zu einem vorerst der Kirche unterstellten Verwaltungsbereich.
Bis zur französischen Revolution und damit auch dem Zerfall der Alten Ordnung und Herrschaft waren der Pfarrer und sein Stillstand als verlängerter Arm der herrschenden Stadt Zürich für die Religion, die Schulen, die Fürsorge, die öffentliche Moral und Ordnung, ja selbst für das Strassenwesen zuständig. Erst mit der Helvetik entstand auf Anordnung Napoleons 1798 eine politische Gemeinde. die sogenannte Munizipalität. Von 1798 bis 1803 gehörte Bauma zum helvetischen Distrikt Fehraltorf, anschliessend bis 1814 zum Mediationsbezirk Uster, bis 1831 zum Oberamt Kyburg und seither zum Bezirk Pfäffikon.
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Schulen Bereits um 1600 wird von einem ersten Schulbetrieb in unserem Dorf berichtet, der während fast 200 Jahren in der Wohnstube des jeweiligen Lehrers stattfand. Das erste Schulhaus wurde 1809 als kleines einstöckiges Gebäude mit einem Zimmer in Undalen erstellt. 1826 folgte ein weiteres mit zwei Zimmern im Dorfe Bauma, 1835 dasjenige in Lipperschwendi, 1836 in Blitterswil, 1845 Abbruch und Neubau in Undalen, 1871 das zentrale Schulhaus in Bauma-Dorf (seit 1973 Gemeindehaus). 1838 wurde die Sekundarschule im Haus zum Hörnliblick eröffnet, 1910 konnte das heutige Sekundarschulhaus bezogen werden. Weitere Schulhausbauten folgten 1947 in Haselhalden, 1959 in Wellenau und 1973 die grosse Schulanlage mit Hallenbad in Altlandenberg. In den letzten Jahren wurden verschiedene Schulanlagen renoviert und erweitert.
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Notzeiten Im Jahre 1786 brannte durch Unachtsamkeit ein grosser Teil des Dorfes Bauma, darunter auch das Wirtshaus zum Tannenbaum, nieder. Da die Häuser fast vollständig aus Holz gebaut waren, konnte sich das Feuer von einem Haus zum andern weiterverbreiten, ohne dass man in der Lage gewesen wäre, den Flammen Einhalt zu bieten. Nur mit grosser Mühe konnten die Kirche und die benachbarten Gebäude vor dem Feuer gerettet werden. Sieben Liegenschaften wurden in Schutt und Asche gelegt, 44 Personen verloren mit ihren Heimstätten all ihre Habe. Dieser Dorfbrand war ein schwerer Schlag für die arme Gemeinde.
Wiederholt wurde Bauma auch von Hungersnöten heimgesucht, besonders schlimm in den Jahren 1770/72 und wegen der extrem nassen und kalten Witterung 1816/17, als 156 Einwohner an Schwäche starben. Eine weitere schwere Not brachte während den Wirren der französischen Revolution im Jahre 1798 die Besetzung durch französische Truppen. Auch in den folgenden Jahren kamen noch zweimal fremde Besatzungstruppen nach Bauma und forderten von der sonst schon bedürftigen Bevölkerung erneut grosse Opfer an Geld, Vieh und Lebensmitteln. Begreiflich, dass die Bevölkerung von Bauma, die 1798 die Bewegung von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit mit einem Freiheitsbaum auf dem Dorfplatz freudig begrüsst hatte, danach wenig Begeisterung für diese Art Freiheit aufbrachte.
Bis zur Korrektion der Töss im letzten Jahrhundert besass der Fluss keinen festen Lauf, er überschwemmte und verwüstete bei Hochwasser jeweils die ganze Talbreite, so vor allem im Jahre 1876, als das ganze Dorf unter Wasser stand, mehrere Gebäude einstürzten, hunderte von Obstbäumen weggerissen wurden, das ein Jahr vorher erstellte Trassee der Tösstalbahn auf weite Strecken schwer beschädigt wurde und auch ein Mann in den Fluten ertrank.
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Wirtschaftliche Entwicklung Die ersten Talbewohner waren Jäger, später kamen Viehzucht und ein bescheidener Ackerbau hinzu. Das Getreide wurde in der Dorfmühle zu Mehl verarbeitet, Hanf und Flachs wurden gepflanzt, gesponnen und zur Herstellung von Kleidern verarbeitet. Doch das rauhe Klima unserer Gegend und die kargen Böden erlaubten keine grosse Entwicklung der Urproduktion. Damit sich die schnell wachsende Bevölkerung ernähren konnte, mussten andere Erwerbsmöglichkeiten erschlossen werden. Lange Zeit wurde der Holzreichtum unserer Wälder für die Herstellung von hölzernen Gebrauchsgegenständen und Küchengeräten verwendet und diese durch Krämer weit herum vertrieben, wodurch das obere Tösstal zu seiner Bezeichnung «Chelleland» kam.
Mit dem Aufkommen der Baumwolle wurde die Verarbeitung vor allem durch Frauen und Kinder in häuslicher Heimarbeit betrieben, später übernahmen an der Töss und ihren Nebengewässern errichtete Werkstätten und Fabriken maschinell diese Tätigkeiten. Dieser Umstellungsprozess von der Heimarbeit zum industriellen Fabrikbetrieb verursachte schwere soziale Krisen, die im Fabrikbrand von Uster im Jahre 1832 zum Ausbruch kamen. Um 1900 arbeiteten in den fünf Baumer Textilbetrieben (3 Baumwollspinnereien und -webereien sowie zwei Seidenwebereien) rund 600 Arbeitskräfte, seit 1989 sind alle ehemaligen Textilbetriebe stillgelegt. Daneben nahm die Landwirtschaft in früheren Zeiten ebenfalls eine dominierende Rolle ein, heute sind weniger als 5% der Bevölkerung in diesem Erwerbszweig beschäftigt. Der Ackerbau war früher auch wegen der Selbstversorgung weiter verbreitet ging aber bis anfangs dieses Jahrhunderts um 75% zurück. Milchwirtschaft und Viehzucht sind unserer voralpinen Gegend besser angepasst.
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Bedeutung Baumas als Zentrum des oberen Tösstales Seit dem 17. Jahrhundert entwickelte sich Bauma immer mehr zum Zentrum des oberen Tösstales. Diese Vorrangstellung verdankt es vor allem den vielen Gewerbe- und Handwerksbetrieben. Die Bedeutung von Bauma wurde 1661 aufgewertet durch die Verleihung des Markt- und Zollrechtes. Der zweimal jährlich stattfindende Jahrmarkt vermag auch heute noch aus der ganzen Region viel Volk anzuziehen.
Im letzten Jahrhundert entstanden weitere Dienstleistungsbetriebe wie Post, Bahn, Bank, Notariat und 1930 das Spital. Heute ist Bauma ein bedeutender Gewerbe- und Industrieort mit mittleren und kleineren Betrieben. Die grössten Arbeitgeber sind die Firma Wolfensberger AG, europäischer Branchenleader im Genauguss, mit 180 Mitarbeitern, die FBB-Unternehmungen (Kies-, Beton- und Transportunternehmung) mit 100 Mitarbeitern und das Pflegezentrum Bauma mit 100 Mitarbeitern.
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Verkehrsverhältnisse Bis 1820 gab es zwischen Winterthur und Bauma noch keine Brücke über die Töss, einzig primitive Schwemmstege verbanden die beiden Ufer. 1834/35 wurde die Talstrasse von Winterthur nach Bauma gebaut, vorher hatten die Fuhrwerke das oft nicht ungefährliche Tössbett als Strasse benützen müssen.
1836/39 folgte der Bau der Strasse nach Wetzikon - Oetwil. Damit begann spät auch die verkehrsmässige Erschliessung des oberen Tösstales. 1835 wurde in Bauma das erste Postbüro des Tales und gleichzeitig auch der Postkutschenverkehr nach Winterthur eröffnet, später folgte eine weitere Verbindung über Wetzikon - Uster nach Zürich.
1875 konnte unter grossen finanziellen Opfern der beteiligten Gemeinden die Eisenbahn Winterthur - Bauma und ein Jahr später die Verlängerung nach Wald in Betrieb genommen werden. 1901 folgte die Eröffnung der Uerikon - Bauma-Bahn. 1969 wurde diese teilweise durch den Busbetrieb Bauma - Wetzikon ersetzt. Postautoverbindungen bestehen nach dem Bezirkshauptort Pfäffikon und nach Sternenberg.
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Ausblick Mit rund 3000 Einwohnern von 1800 - 1920 zählte Bauma vor über hundert Jahren zu einer der bevölkerungsreichsten Gemeinden des Kantons Zürich. Durch die starke Bautätigkeit in den letzten Jahren stieg die Einwohnerzahl bis gegen 4100 an. Heute präsentiert sich die Gemeinde Bauma als ein fortschrittliches Gemeinwesen mit einer modernen Infrastruktur. Als Naherholungsgebiet bietet sie den Regionen Zürcher Oberland, Winterthur und Zürich vielfältige Freizeitmöglichkeiten, Ruhe und Erholung in einem schönen Naturgebiet.
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Berühmte und bekannte Baumer: Adolf Guyer-Zeller Textilindustrieller, Eisenbahnpionier und Finanzgenie
Heinrich Guyer Der kluge Müller von Bauma, Grossratspräsident, Statthalter, Führender Vertreter der Landschaft im Verfassungsrat für einen modernen Kanton Zürich
Ruedi Kägi Heimatdichter
Schaggi Streuli (Emil Kägi) Volksschauspieler und Autor
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Text: Dorfchronist Walter Sprenger, Bauma
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Weitere Links zur geschichtlichen Entwicklung der Gemeinde Bauma:
Bauma in Wikipedia
Familienname Rüeeg und Besiedlung des Weilers Atlandenberg
Wolfensberger Memorial Wolfsberg Bauma
Die Geschichte des Restaurants Bahnhof in Bauma
Die Burg Alt-Atlandenberg
Literatur zur geschichtlichen Entwicklung der Gemeinde Bauma:
Bauma / Geschichte der Gemeinde Bauma 1 + 2 Autor: Gemeinde Bauma
Band 1 und Band 2: Umfang je 480 Seiten Format 24,5 x 17,5 cm, gebunden
ISBN: 3-85981-173-8
Preis: CHF 92.00
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