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Feuerwehr Bauma startet im April 2016 das Projekt "First Responder"

Der Gemeinderat hat im Sommer 2015 beschlossen, im Jahr 2016 die First-Responder-Dienstleistung einzuführen. Im Interview beantworten Gemeinderätin Heidi Weiss, Ressortvorsteherin Gesellschaft, und Feuerwehrkommandant Beat Bosshard Fragen rund um den neuen Service für die Bevölkerung.


First Responder - worum geht es?
Heidi Weiss, Ressortvorsteherin Gesellschaft: First Responder der Feuerwehr (FRF) sind Angehörige der Feuerwehr, die in akuten medizinischen Notfallsituationen ausrücken und Nothilfe leisten, bis der Rettungsdienst eintrifft. Mit dem Zusammenschluss der verschiedenen Spitäler und in der Folge auch der lokalen Rettungsdienste wurden die Anfahrtswege länger. Vor allem in peripheren Dörfern und Weilern haben sich die Anfahrtszeiten verlängert. Weil in akuten Notfallsituation jede Minute über das Überleben und vor allem das "Wie" des Überlebens entscheidet, entstand die Idee der FRF. FRF kommen bereits in vielen Gemeinden zum Einsatz.

Wie wird die Dienstleistung in der Feuerwehr umgesetzt?
Beat Bosshard, Feuerwehrkommandant: Die Angehörigen unserer Feuerwehr werden vom Ret-tungsdienst Zürichsee-Oberland-Linth Regio 144 in zweieinhalb Tagen intensiv auf ihre neue Aufgabe vorbereitet. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, einen Tag lang mit dem Rettungsdienst Einsätze zu leisten. Auf diese Weise ist die Feuerwehr Bauma ab April 2016 gut für die neue Aufgabe vorbereitet.

Wie werden die Einsätze mit regio144 koordiniert?
Heidi Weiss, Ressortvorsteherin Gesellschaft: Bei der Planung, Organisation, Koordination und Schulung arbeiten wir mit Regio 144 zusammen. Die FRF werden von der Notfall-Leitzentrale gleichzeitig mit dem Rettungsdienst aufgeboten. Die FRF unserer Gemeinde können jedoch schneller vor Ort sein und Hilfe leisten bis der Rettungsdienst eintrifft. Es gibt verschiedene Modelle der First Responder Einsätze. In Bauma kommt das Modell "Basic" zum Einsatz, wo die FRF nur in akuten Notfällen wie Herz-, Kreislauf- und Atemstillstand sowie in Ertrinkungs- Starkstrom-, Elektro- und Blitzunfällen aufgeboten werden.

Wie reagieren die Angehörigen der Feuerwehr auf diese neue Aufgabe?
Beat Bosshard, Feuerwehrkommandant: Mitte September 2015 nahmen ca. 40 Angehörige der Feuerwehr an einem Informationsabend von Regio 144 teil. Ungefähr 20 Feuerwehrangehörige zeigten Interesse an der neuen Aufgabe. 14 Angehörige der Feuerwehr wurden ausgewählt, in der First Responder-Gruppe mitzuwirken 3 Frauen und 11 Männer.

Wie teuer ist die neue Dienstleistung?
Heidi Weiss, Ressortvorsteherin Gesellschaft: Die Kosten hängen von der Anzahl Einsätze ab. Wir rechnen mit maximal 14 Einsätzen pro Jahr. Der Gemeinderat hat für die erstmalige Schulung der Feuerwehrangehörigen CHF 3'600.00 bewilligt. Die Einsätze selbst werden von den Steuerzahlerinnen und -zahlern finanziert. Der Gemeinderat verzichtet darauf, die Einsätze den Betroffenen in Rechnung zu stellen. Dies analog zu den Kernleistungen der Feuerwehr. Der Gemeinderat wertet Ende 2017 die Dienstleistung aus und entscheidet über deren Weiterführung.

Wie kann man sich im Ereignisfall den Ablauf vorstellen?
Beat Bosshard, Feuerwehrkommandant: Bei einer Alarmierung über Regio 144 (Herzprobleme) werden wir in den genannten Fällen zusätzlich zum Rettungsdienst aufgeboten. Die ersten 3 Angehörigen der Feuerwehr begeben sich mit dem Sanitätsfahrzeug (Blaulicht) direkt zur Patientin oder zum Patienten; 2 Feuerwehrangehörige beginnen mit der Reanimation, während der dritte Angehörige die Einweisung des Rettungsdienstes übernimmt. Durch die kürzere Ausrückzeit wird die Überlebenschance grösser.

Wie können sich Einwohnerinnen und Einwohner auf einen Ereignisfall vorbereiten?
Heidi Weiss, Ressortvorsteherin Gesellschaft: Wichtig ist sicherlich eine regelmässige persönli-che Schulung in Erster Hilfe und Herzkreislauf Wiederbelebung, um in der Situation ruhig blei-ben und richtig handeln zu können. Bei Anzeichen eines Herzkreislauf-Stillstands muss sofort Hilfe geleistet werden: Die Notrufnummer 144 anrufen und den Anweisungen der Leitzentrale folgen. Weiter ist für mich auch die persönliche Auseinandersetzung und die Auseinanderset-zung im Familienkreis mit dem Thema Krankheit und Tod wichtig: "Was will ich, was will mei-n/e Partner/in bei einem Herzkreislauf-Stillstand?" "Möchte ich, möchte mein/e Partner/in, wiederbelebt werden?" Falls nicht, ist es wichtig, dies schriftlich festzuhalten (z.B. in einer Pa-tientenverfügung) und zu kommunizieren.
First Responder
Heidi Weiss, Gemeinderätin (Ressortvorsteherin Gesellschaft) | Beat Bosshard, Feuerwehrkommandant

Dokument Medienmitteilung 21.01.2016; Feuerwehr startet im April 2016 das Projekt "First Responder" (pdf, 268.3 kB)


Datum der Neuigkeit 21. Jan. 2016