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25.01.2021 13:51:53


Gemeindepräsident Andreas Sudler zum Jahreswechsel

Zäme hebe!

Liebe Baumer und Baumerinnen,

Die Gemeinden sind die unterste, aber auch wichtigste Verwaltungseinheit der Schweiz. In der Gemeinde ist man sich nahe, häufig kennt jede oder jeder jeden. Für mich ist der Neujahrsempfang am 2. Januar einer der wichtigsten und schönsten Anlässe im Jahreskalender. Mit Spannung wird dieser erste Anlass im neuen Jahr auch von vielen Baumerinnen und Baumern erwartet. Umso bedauerlicher, dass uns das Coronavirus 2021 einen Strich durch die Rechnung macht. Veranstaltungen jeder Art sind verboten, ein Stehapéro oder das Konzert der Harmonie ebenso. Nur der Neujahrsgruss des Gemeindepräsidenten wäre erlaubt, allerdings nur dann, wenn niemand zuhört. Seit Jahrzehnten ist 2021 das erste Jahr, in welchem der traditionelle Neujahrsempfang nicht durchgeführt wird.

Dabei kommt dem Neujahrsempfang besonderes Gewicht zu, führt er doch die Bewohnerinnen und Bewohner von Berg und Tal zusammen. Ein Zeichen dafür ist, dass die Verkehrsvereine aus Bauma und Sternenberg diesen Anlass jeweils gemeinsam organisieren und durchführen. Es gibt kaum eine bessere Möglichkeit, um sich jährlich wenigstens ein Mal auszutauschen, die Behördenmitglieder von Angesicht zu Angesicht kennen zu lernen, oder gar eine „Chropfleerete“ zu machen. Man kann sich im Gespräch orientieren, wie und warum die Behörde bei einzelnen Vorlagen so und nicht anders entschieden hat. Es fällt vielen Baumerinnen und Baumern leichter, Sorgen und Anliegen am Neujahrsempfang anzubringen, als an der Gemeindeversammlung einen Antrag zu vertreten, der dann vielleicht abgelehnt wird. Am Neujahrsempfang gehört niemand zu den Verlierern!

Zu den Gewinnern am Neujahrsempfang gehören auch die Träger der Baumer Ehrenpreise für besondere sportliche und kulturelle Leistungen sowie gesellschaftliches Engagement, des "Bauma Riissers". Geehrt werden können beispielsweise ein hervorragender Bildungsabschluss, ein freiwilliger Einsatz für ausserordentliche Aufgaben in einem Verein oder ein sportlicher Effort, der den Namen unserer Gemeinde bis ins Ausland trägt. Die Liste lässt sich beliebig verlängern. Auf diese Ehrungen wollen wir auch im 2021 nicht verzichten. Der Gemeinderat hat, aufgrund der Rückmeldungen aus der Bevölkerung, in jeder Kategorie einen Preisträger nominiert. Die Übergabe der Ehrenpreise muss leider im kleinen Rahmen erfolgen, sobald es die Schutzmassnahmen zur Eindämmung des Coronavirus zulassen.

Dabei würden die Ehrungen am Neujahrsempfang zusammenschweissen, auf guten Oberländerdialekt „Zäme hebe“. Genau das durften die Brandbetroffenen und auch ich nach dem Brand des Weilers „unterer Wolfsberg“ erfahren. Hier spielte das „Zäme hebe“ die entscheidende Rolle. Und das ist die Stärke unserer Gemeinde. „Mir Baumer hebed zäme“. Und weil dieser gute Geist hinaus ins Land getragen wurde, spürten die Geschädigten, dass sie nicht allein gelassen werden. Der Gemeinderat richtete sofort ein Hilfskonto ein. Die Brandbetroffenen erlebten eine unglaubliche Solidaritätswelle aus der ganzen Schweiz.

Ein für alle anspruchsvolles Jahr geht zu Ende. Pandemiebedingt war dieses geprägt durch kurzfristig wechselnde Vorgaben und fehlende Planungssicherheit. Improvisation und Kreativität bei der Lösungssuche waren besonders gefragt.

Wenn man bedenkt, was alles an Anträgen, Bitten und Forderungen ins Gemeindehaus getragen wird, richte ich meinen ersten grossen Dank ohne Namensnennung an die Mitarbeitenden der Gemeinde, sowie an meine Gemeinderatskolleginnen und Kollegen. Unsere Infrastruktur ist gepflegt und verlässlich. Wenn man ins Ausland schaut, ist das in einer Krise nicht unbedingt selbstverständlich. Besonderen Dank haben auch die Mitarbeitenden der Alters- und Pflegeheime und der Spitex verdient. Dann danke ich allen, die zu Gunsten der Allgemeinheit freiwillig Dienst leisten. Wie wichtig unsere Feuerwehr ist, hat im 2020 nicht nur der Brand im unteren Wolfsberg gezeigt. Ein weiterer Dank geht an die Vereine, ob Vorstand oder Mitglieder, die sich für die Jugendlichen über die Mittelalterlichen bis zu den Senioren um ein Stärkegefühl des „Zäme hebe“ in Dorf und Nachbarschaft bemühen. Ich danke auch allen Einwohnerinnen und Einwohnern für ihre freiwilligen Einsätze in dieser schwierigen Zeit. Dazu gehören auch das Blumengiessen für die Nachbarn oder das Tätigen von Einkäufen für Leute in Quarantäne. "Hebed mir zäme. Au im 2021!"

Liebe Baumerinnen und Baumer, Ihnen allen wünsche ich für 2021 nur das Beste, Glück und Gesundheit. Und jenen, die krank sind, wünsche ich von Herzen viel Kraft beim geduldigen Ertragen Ihrer Gebresten und tägliche Lichtblicke, besonders dann, wenn keine Heilung in Aussicht steht.

Ihr Andreas Sudler, Gemeindepräsident.



Datum der Neuigkeit 30. Dez. 2020
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